29 AprDie Entwicklung des Friseurhandwerks

In der heutigen Zeit sind Friseure vor allem für die Pflege des menschlichen Haares zuständig. Sie entwerfen neue Frisuren und setzen Trends in Sachen „Schneiden, Legen und Föhnen“. Die Menschheit ist bereits seit tausenden von Jahren damit beschäftigt, den Haarwuchs auf ihrem Kopf zu gestalten und nach eigenen Vorstellungen um zu formen. Doch wie hat sich eigentlich der Friseurberuf entwickelt?

Bereits vor tausenden von Jahren haben sich Menschen mit der Umgestaltung ihrer Kopfbehaarung befasst. Damals erfüllte das Frisieren von Haaren jedoch nicht nur ästhetische, sondern auch religiöse Zwecke. Schon im alten Ägypten haben die Menschen ihr Kopfhaar verändert. Davon zeugen über 8.000 Jahre alte archäologische Funde. In Ägypten wurden Steinschraber gefunden, die in der damaligen Zeit als Rasiermesser benutzt wurden. 3.000 Jahre vor Christus gab es in Ägypten die erste professionellen Friseurhandwerker. Aber auch im Römischen Reich und im antiken Griechenland wurde die Pflege der Haarpracht zu dieser Zeit bereits geschätzt. Sogar im Germanischen Reich fanden Forscher historische Funde, welche belegen, dass sich die Germanen ebenfalls mit Haarpflege befassten.

Die erste professionelle Friseurzunft entstand im 14. Jahrhundert. Der Friseurberuf gilt seit diesem Zeitpunkt als anerkanntes Handwerk. Mit dem heutigen Berufsbild eines Friseurs hatte der damalige Beruf jedoch noch nicht viel gemein. Viele Friseure betrieben damals eine Badestube, weshalb sie auch Bader genannt wurden. Zu ihren Aufgaben zählte nicht nur das Haareschneiden, sondern sie waren darüber hinaus auch als Chirurgen, Zahnärzte, Hühneraugenschneider und Masseure tätig. Sie behandelten Menschen mit Verletzungen und Geschwüren. Nach und nach differenzierte sich jedoch das Berufsbild. Bader spezialisierten sich im Laufe der Zeit auf den Bereich der Heilpflege, Bader waren zunehmend mit der Herstellung von Perücken beschäftigt. Die vormaligen medizinischen Tätigkeitsbereiche wurden von fachlich besser ausgebildeten Ärzten übernommen.

Im 19. Jahrhundert entstand der eigentliche Berufsstand der Friseure. Anfangs gab es jedoch noch keine Salons, weshalb die Kunden von ihren Friseuren zum Haareschneiden zu Hause besucht wurden.

In unserer heutigen Zeit ist der eigenen Phantasie bei der Haargestaltung keine Grenze gesetzt. Ähnlich wie im Bereich der Mode, so ändern sich auch die Friseuren der Menschen von Zeit zu Zeit und sind gewissen modischen Trends unterworfen. Es gibt unzählige technische Möglichkeiten zum Styling von Haaren. Für jeden Geschmack gibt es die passende Frisur. Der eine liebt modische Hochsteckfrisuren, während ein anderer bevorzugt kurz geschnittene Haare oder einen pfiffigen Bob. Wer sich nicht sicher ist, welche Frisur zu ihm passt, der kann eine Haaranalyse bei seinem Friseur durchführen lassen. Und selbst, wenn einen das Ergebnis des Friseurbesuchs mal nicht gefallen sollte – die Haare wachsen wieder nach!

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